Kita-Streik in Viersen

Mittlerweile hat der Kita-Streik die dritte Woche erreicht, möglicherweise dauert er noch bis Mitte Juli an. Bisher gibt es keine Einigung zwischen den Parteien. Viele Eltern sind mittlerweile am Limit ihrer Möglichkeiten angekommen. Der Jahresurlaub ist aufgebraucht, einige nehmen unbezahlten Urlaub, andere fürchten um ihre Existenzgrundlage. Die Eltern in Viersen fühlen sich allein gelassen, nicht informiert, deshalb demonstrierten sie heute im Stadthaus. „Es ist frustrierend, dass die Kommune den Druck gar nicht spürt. Im Gegenteil, jeden Tag sparen sie das Gehalt der Erzieherinnen ein“, erklärt eine der Mütter. „Die Stadt Viersen informiert uns nicht, hilft nicht, dabei zahlen wir für die Betreuung und auch Steuern. Wir sind am Rande der Belastbarkeit. Bei uns müssen beide arbeiten, sonst reicht es nicht.“ Immerhin sprechen wir in Viersen von rund 890 Kindern in 12 Einrichtungen. Davon streiken die Erzieherinnen, die der Gewerkschaft angehören, die restlichen versuchen eine sogenannte „Notbetreuung“ aufrecht zu erhalten. 5,7 Mio. Euro Personalaufwand hat die Stadt Viersen im Jahr. Eingestuft wurden die Erzieher vor mehr als zwanzig Jahren, als die Anforderungen und die Arbeit noch anders waren. Gerade diese Einstufung im Tarifsystem und die fehlende Wertschätzung trieben die Erzieher/innen dazu ihre Arbeit niederzulegen. Die Eltern fordern nun eine Einigung, hoffen auf einen Schritt der Vereinigung kommunalen Arbeitgeber auf die Erzieher/innen zu.
Bis dahin hängen die Eltern und Kinder in der Luft und es ist unsere Aufgabe ihnen zur Seite zu stehen, sie zu informieren und Lösungen für die Zeit des Streiks zu finden. In den Gesprächen heute Morgen wurde beispielsweise der Wunsch nach der Möglichkeit einer Betreuung durch Eltern z. B. in einer Turnhalle laut (versicherungstechnisch gibt es hier Wege). Es ist Zeit Eltern und Kinder in Viersen zu unterstützen und hier steht die Stadt ganz klar in der Pflicht.

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