Ein Sonnenaufgang ohne Rehe

Da stand ich nun eben zu früher Stunde und beobachtete einen Graureiher auf dem Feld in Mackenstein, während zwischen den Bäumen ein Reh verschwand. Um dieses Stück Natur geht es aktuell, denn die Stadt Viersen möchte einer Firma erlauben, hier eine Halle hinzusetzen. Eine Halle in Mackenstein ist eigentlich nichts ungewöhnliches, aber hier geht es nicht um eine einfache Halle, diese Halle ist so groß wie fünf Fußballfelder – genauer gesagt sprechen wir von einer 860 Meter langen und 15 bzw. 25 Meter hohen Fassade. Ein Produktumschlagplatz, ein Lager – mit im Vergleich wenigen Arbeitsplätzen, wie das so ist durch die moderne Technik.

Die Pläne stehen bereits, womit die „frühzeitige Bürgerbeteiligung“ zu einer reinen Informationsveranstaltung wurde und es zeigt, dass wir immer noch keine echte, mögliche Bürgerbeteiligung in Viersen haben. Die Hoffnung, dass sich dies ändern würde ist mittlerweile sowieso dahin, die aktuellen Entscheidungen und „frühzeitigen“ Bürgerinformationen (neben diesem Bauprojekt z. B. zu den geplanten Windrädern in Boisheim, denn hier stand die Planung ebenso wie bei dieser Halle) zeigen auf, dass der Transparenzwunsch der Viersener eben ein Wunsch bleiben wird. Dazu gesellen sich andere Gedanken … Reaktivierung von Altflächen anstatt Versiegelung von Natur? Ein Punkt des Regionalplans … Warum lassen wir hier aus monetären Gründen eine Zerstörung unserer niederrheinischen Landschaft zu, obwohl im Inneren des Gewerbegebietes durch die lange leerstehende Halle von AkzoNobel Möglichkeiten des Ausbaus zur Verfügung stehen würden?
Kein Wunder, dass die Anwohner für den Erhalt dieser Natur und ihrer Heimat kämpfen (https://www.facebook.com/Mackensteiner/?fref=ts). Warum sie, Bürger dieser Stadt, so wenig Gehör finden, ist nicht nachvollziehbar. Hier fehlt der Aufschrei in der Politik und der Stadtverwaltung. Doch es bleibt still, so still wie heute Morgen auf dem Feld, auf dem sich bald keine Rehe mehr bei Sonnenaufgang treffen werden …

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